Haarlinge
Haarlinge (Trichodectidae) sind Ektoparasiten aus der Ordnung der Tierläuse (Phthiraptera). Als Zwischentaxon wird in der Parasitologie auch der Begriff Kieferläuse (Mallophaga) verwendet. Die entsprechenden Parasiten bei Vögeln nennt man Federlinge.
Es sind 1 bis 1,5 Millimeter große, mit dem bloßen Auge sichtbare flügellose Insekten, die im Gegensatz zu den Flöhen oder ihren nahen Verwandten, den Echten Tierläusen, kein Blut saugen, sondern sich von Epidermisschuppen, Hautdrüsensekret und Haaren ernähren. Haarlinge und Läuse sind manchmal vergesellschaftet.
Sie treten sehr häufig bei Hausmeerschweinchen, Hunden, Katzen (siehe Katzenhaarling) und Pferden vorwiegend zum Winterausgang auf. Bei Meerschweinchen werden die Haarlinge oft über verseuchtes Heu eingeschleppt.
Einen Befall mit Haarlingen erkennt man entweder an den Nissen (Eiern) der Haarlinge, die als weißliche Stippchen mit der Größe eines Stecknadelkopfes an den Haaren kleben, oder an den lebhaft beweglichen ca. 1,5 Millimeter großen Haarlingen selber, die man in der Tiefe des Fells laufen sehen kann.
Behandlung
Haarlinge sind ähnlich wie Zecken oder Flöhe zu bekämpfen. In Apotheken und beim Tierarzt gibt es eine Reihe an wirksamen Mitteln, im Zoohandel dürfen nur rezeptfreie Mittel verkauft werden. Schon das einfache Abschneiden oder Scheren der Haare bringt eine wesentliche Verringerung der Parasiten. Es wird damit nicht nur die Zahl der Parasiten reduziert und deren Lebensraum zerstört, vor allem die Entwicklungsstadien (Eier und Nissen) werden entfernt und damit die Vermehrung unterbrochen.
Zur Behandlung eignen sich Insektizide wie Fipronil oder Propoxur. Gegen hartnäckigen Befall gibt der Tierarzt Spritzen. Das Tier muss mindestens zwei mal im Abstand von zwei bis vier Wochen behandelt werden, da auch der Parasitennachwuchs getötet werden muss.
Systematik
In Europa ist die Familie Trichodectidae mit vier Gattungen und 18 Arten vertreten.[1]
Referenzen
- ↑ Fauna Europaea (Hrsg.): Trichodectidae. Zugriff am 03.06.2007
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