Her2/neu spielt eine wichtige Rolle in der Behandlung und Diagnostik des Mammakarzinoms (Brustkrebses). In etwa 20% aller invasiven Mammakarzinome ist der Rezeptor stark überexprimiert, was mit einer schlechten Überlebensprognose korreliert. HER2-positive Patientinnen können von einer Therapie mit einem humanisierten Antikörper (Trastuzumab, Handelsname Herceptin®), der gegen den extrazellulären Teil des HER2-Rezeptors gerichtet ist, profitieren. Vor einer Therapie mit Trastuzumab wird zunächst mittels Immunhistochemie getestet, ob das HER2-Gen amplifiziert und überexprimiert ist. Nur ein dreifach positives Ergebnis in der immunhistochemischen Untersuchung des Tumorgewebes, im Sinne einer besonders deutlichen Überexpression, gilt als ausreichend, die Indikation zur Therapie mit dem Antikörper zu stellen. Als Bestätigungstest steht in Zweifelsfällen die In situ-Hybridisierung (genauer „FISH-Test“) zur Verfügung. Die Therapie mit Trastuzumab wird nach verschiedenen Protokollen, zum Beispiel über ein Jahr mit dreiwöchentlichen Gaben, durchgeführt und insgesamt gut vertragen. Es besteht jedoch die Möglichkeit, toxischer Wirkungen auf das Herz.
Einzelnachweise
↑ Hudis C.A.: „Trastuzumab -- Mechanism of Action and Use in Clinical Practice“. N Engl J Med 2007; 357: s. 39-51 [Abstract]