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GyneFix

GyneFix ist eine Kupferkette, die als Langzeit-Verhütungsmittel an der Gebärmutterwand der Frau fixert werden kann. Hergestellt wird sie vom belgischen Forschungsinstitut Contrel, welches sich auf die Forschung und Entwicklung von Alternativen zur hormonellen Verhütung spezialisiert hat. Sie besteht aus 4 oder 6 kleinen Kupferzylindern, die an einer Schnur aufgezogen sind. Das Modell mit 4 Kupferzylindern nennt sich GyneFix mini/GyneFix 200, misst nur 2 cm und ist damit die derzeit kleinste Intrauterinpessar (IUD) der Welt. Die längere Ausführung mit 6 Kupferzylindern trägt den Namen GyneFix standard/GyneFix 330 und wird bei Frauen mit einer großen Gebärmutter eingesetzt. Die entstehenden Kupfer-Ionen wirken spermizid und machen somit Spermien bewegungs- und befruchtungsunfähig. Die Anlagerung der Ionen an der Gebärmutterwand verhindert zusätzlich ein Einnisten von befruchteten Eizellen. Der Pearl-Index liegt bei 0,1 bis 0,3 womit GyneFix eine der Antibabypille vergleichbare Sicherheit aufweist. Die Kupferkette unterscheidet sich nicht nur in ihrer Form von der herkömmlichen Kupferspirale, sondern auch in ihrem geringeren Kupferanteil, der höheren Sicherheit und der Fixierung, welche ein Verrutschen praktisch unmöglich macht. Weiterhin enthält die Kupferkette keinen Kunststoffkern, welcher lange Zeit für Entzündungsreaktionen verantwortlich gemacht wurde. GyneFix ist auch für Frauen geeignet, die noch keine Kinder geboren haben. Das Präparat wird während der Regelblutung eingesetzt, da in diesem Zeitraum der Muttermund weiter geöffnet ist. Anschließend wird durch Ultraschall der richtige Sitz der Kette überprüft. GyneFix wirkt bis zu 5 Jahre verhütend und kann nach Ablauf des Zeitraums lückenlos erneuert werden.

Nebenwirkungen

Das Fadenende kann als Brücke für Keime zwischen Scheide und Gebärmutter wirken. Bei einem häufigen Wechsel der Sexualpartner ermöglicht dies ein höheres Infektionsrisiko. Solche erhöhten Infektionsraten werden bei Frauen in festen Beziehungen nicht festgestellt. Diese Nebenwirkung verschaffte dem Präparat auch den Spitznamen Treuekettchen. In den ersten Regelmonaten können Schmierblutungen auftreten, jedoch können Blutungsstörungen wie bei der herkömmlichen Spirale ausgeschlossen werden. In seltenen Fällen kann das Kunststofffadenende, welches außerhalb der Gebärmutter anliegt, den Mann beim Geschlechtsverkehr piksen. Eine Kürzung des Fadenendes ist jederzeit möglich, jedoch erschwert dies die spätere Entfernung der Kupferkette.

Aktuelle Situation in Deutschland

GyneFix ist in der EU zugelassen, jedoch noch nicht in Deutschland selbst. Dies bedeutet nicht, dass es als Verhütungsmittel verboten ist, vielmehr soll die Verbreitung von Info-Material und Werbung vorerst nicht stattfinden. Diese bürokratische Maßnahme bedeutet für Gynäkologen auch, dass sie das Produkt aus anderen Ländern, wie Großbritannien oder der Schweiz importieren müssen.

Trotz zögerlicher Verbreitung kann GyneFix seit Ende der 1990er Jahre von Gynäkologen in ganz Deutschland eingesetzt werden, dennoch bieten nur wenige Frauenärzte das Produkt an.

Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel GyneFix aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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