Beim Morbus Basedow, bei der Ord-Thyreoiditis und bei der Hashimoto-Thyreoiditis kann es krankheitsbegleitend zu autoimmunen Entzündungen im Bereich der Orbita, speziell im orbitalen Fett, kommen. Diese Entzündung führt zur Anschwellung des retrobulbären Gewebes und zur Proliferation. Der Exophthalmus ist in der Mehrzahl der Fälle beidseitig.
Exophthalmus pulsans
Ein pulsierender Exophthalmus findet sich bei meist traumatischen arteriovenösen Kurzschlüssen zwischen Orbitalvenen und Orbitalarterien bzw. dem Sinus cavernosus.
Orbita-Phlegmone
Bei der Orbita-Phlegmone ist das Gewebe der Orbita diffus entzündet. Entzündungsbedingt kommt es zum Anschwellen des orbitalen Gewebes und Verdrängung des Augapfels nach vorne.
Exophthalmus bei orbitalen Tumoren
Im Bereich der Augenhöhle kommen gutartige und bösartige Tumoren vor (z. B. gutartig: Hämangiom, Neurinom; bösartig: Neuroblastom, Retinoblastom u. a.). Durch das Tumorwachstum kommt es zum Verdrängen des Augapfels nach vorne. Auch Metastasen bzw. Mitbeteiligung der Augenhöhle bei meist bösartigen Systemerkrankungen (z. B. Lymphom, Leukämie, Histiozytose X) kommen vor. Der Exophthalmus ist meist einseitig.
Exophthalmus intermittens
Dabei handelt es sich um einen von der Kopfhaltung abhängigen Exophthalmus bei angeborener oder erworbener Varikose im Bereich der Orbita. Je nach Kopfhaltung kommt es zur Stauung in dem varikösen Gefäß mit einem Hervortreten des Augapfels.
Diagnostik
Klinische Untersuchung
Man betrachtet beide Augäpfel von hinten oben am sitzenden Patienten und kann so das Ausmaß abschätzen und eine Seitendifferenz feststellen.
Exophthalmometer
objektive Messung des Exophthalmus sowie der Progression/Rückbildung mit Hilfe des Exophthalmometer nach Hertel
Bildgebung
Mit Hilfe von CT und MRT lassen sich die Strukturen der Orbita darstellen. Dadurch lassen sich Tumoren oder Entzündungen diagnostizieren. Auch der Ultraschall wird zur Diagnostik der Orbita verwendet.
Grad III: Vorwölbung des Augapfels mit und ohne Lidschwellungen (objektivierbar durch Einsatz des Exophthalmometers nach Hertel) = "pathologische Hertelwerte"
Grad IV: mit Blockierungen der Augenmuskeln: unscharfe Bilder oder Doppelbilder
Grad V: mit Hornhautbeteiligung: meistens austrocknender Augapfel (Lagophthalmus) mit Trübungen und Oberflächenzerstörung (Ulzeration) der Hornhaut (Cornea)
Grad VI: Beteiligung des Sehnervs (Nervus opticus): Sehausfälle bis Sehverlust
Therapie
Die Therapie des Exophthalmus richtet sich nach der zugrundeliegenden Grunderkrankung. Phlegmone bzw. Abszesse müssen evtl. entlastet und antibiotisch behandelt werden. Tumore oder retrobulbäres Fett können chirurgisch angegangen werden.
Komplikationen
Maligner Exophthalmus: Beim malignen Exophthalmus kommt es zum schmerzhaften und progredienten Hervortreten des Augapfels mit mangelhaftem Lidschluss (Lagophthalmus) und Austrocken der Hornhaut (Xerophthalmie).