Divertikulose des Darmes, inkl. Divertikulitis Dünndarm, Dickdarm
ICD-10 online (WHO-Version 2006)
Die Divertikulitis ist eine Erkrankung des Dickdarmes, bei der sich in Ausstülpungen der Schleimhaut (Divertikel) eine Entzündung bildet. Das gehäufte Vorkommen solcher Ausstülpungen heißt Divertikulose und stellt die Vorstufe der Divertikulitis dar. Am häufigsten ist das Colon sigmoideum betroffen (Sigmadivertikulitis). In der Regel handelt es sich bei den Sigmadivertikeln um sogenannte Pseudodivertikel, d. h. die Darmschleimhaut stülpt sich durch Gefäßlücken der muskulären Wand durch.
An Symptomen besteht ein Schmerz über dem betroffenen Darmabschnitt am häufigsten im linken Unterbauch (deshalb auch Linksseiten-Appendizitis). Daneben sind Fieber und Veränderung des Stuhlverhaltens häufige Symptome. In den Laborwerten fallen eine Erhöhung des CRPs und der Leukozyten auf. Die weitere Diagnostik erfolgt u.a. mit dem Ultraschall und einer CT-Untersuchung des Bauches. Im Intervall sollte auch eine Darmspiegelung erfolgen, um andere – insbesondere bösartige – Erkrankungen auszuschließen.
Die Behandlung kann in leichten Fällen mit Antibiotika (z. B. Metronidazol, Ciprofloxacin und Cefuroxim) erfolgen. Da die Gefahr eines Rezidives mit Komplikationen (wie z. B. einer Perforation und dann kotiger Peritonitis) besteht, wird insbesondere bei rezidivierender Divertikulitis eine Resektion des betroffenen Darmabschnittes im entzündungsfreien Intervall empfohlen. Kommt es zu Komplikationen wie beispielsweise einer Perforation (Durchbruch der Entzündung in die freie Bauchhöhle) ist eine sofortige Operation unumgänglich.