Ein Deckglas ist ein dünnes, quadratisches Glasplättchen (im allgemeinen 18 x 18 mm). Es wird in der Mikroskopie besonders zum Abdecken nicht fixierter Präparate verwendet. Ferner dient es der Aufnahme von Immersionsöl, welches zur Auflösungssteigerung bei speziell dafür ausgelegten Objektiven verwendet wird.
Das Deckglas ist Teil des optischen Abbildungsstrahlengangs und muss daher bei der Konstruktion des Objektivs berücksichtigt werden. Bei Objektiven, die für die Benutzung mit Deckglas berechnet wurden, leidet daher die Abbildungsqualität, wenn sie ohne Deckglas eingesetzt werden (und umgekehrt). Bis zu einer numerischen Apertur von 0,30 können Objektive jedoch üblicherweise sowohl mit als auch ohne Deckglas verwendet werden; Objektive für Öl-Immersion sogar bis zu einer numerischen Apertur von 1,25. Bei größeren numerischen Aperturen erzeugen eine falsche Dicke oder Brechzahl des Deckglases Bildfehler, besonders sphärische Aberration. Deckgläser sind daher international auf eine Dicke von 0,17mm und eine Brechzahl von 1,5255 genormt.