Das Zytomegalievirus (ZMV) oder Cytomegalievirus (CMV), korrekter als Humanes Cytomegalievirus (HCMV) oder Humanes-Herpes-Virus 5 (HHV 5) bezeichnet, ist ein behülltes, doppelsträngiges DNA-Virus (dsDNA), gehört zur Familie der Herpesviridae und ist weltweit verbreitet. Die Übertragung erfolgt über den Speichel, Urin, Spermasekrete sowie bei der Bluttransfusion.
Das Virus hat einen Gesamtdurchmesser von etwa 200 nm und sein Genom besteht aus einer linearen, doppelsträngigen DNA von rund 230.000 Basenpaaren, welches 151 verschiedene Gene[1] kodiert . Sein aus verschiedenen Kapsomeren aufgebautes ikosaedrisches Kapsid wird von einer Lipidmembran umgeben. Diese Virushülle enthält sechs Glykoproteine, gegen die der WirtsorganismusAntikörper bilden kann. Die Membranhülle ist auch der Grund, dass das Virus außerhalb des Organismus nur kurze Zeit überdauern kann und leicht austrocknet. Außerdem ist das Virus gegenüber Alkohol, Lösungsmitteln, Detergentien und Säuren sehr empfindlich [2].
Kennzeichnend für dieses Virus ist - wie auch für alle anderen Arten der Unterfamilie Betaherpesvirinae - ein enges Wirtsspektrum und ein auffällig langsamer Vermehrungszyklus. Die infizierten Zellen sind in der Regel stark vergrößert (Cytomegalie - im Sinne von Riesenzellbildung), weshalb das Virus auch so benannt wurde.
Verbreitung
Das Humane-Zytomegalie-Virus ist weltweit allgemein (ubiquitär) verbreitet, je nach geografischer Lage sind 60 bis hundert Prozent der Menschen mit dem Virus infiziert [3].
Diagnostik
Der Nachweis einer Infektion kann im Labor durch eine Virusanzüchtung auf menschlichen Bindegewebszellen erfolgen, wobei die nach mehreren Wochen beobachtbaren Zellveränderungen (Ablösung infizierter Zellen aus dem Zellverband, Riesenzellbildung mit plasmatischen Einschlusskörperchen sog. "Eulenaugenzellen") typisch für eine CMV-Infektion sind (sog. cytopathischer Effekt).
Infektionsfolgen
Das Virus verursacht beim Menschen die Zytomegalie (Hauptartikel siehe dort). Die Erstinfektion mit dem Humanen-Zytomegalie-Virus verläuft in 99% ohne oder nur mit geringen Krankheitssymptomen. Das Leitsymptom ist dabei hohes, manchmal wochenlang anhaltendes Fieber mit typischerweise erhöhten Leberwerten im Labor. Lebensbedrohende Komplikationen wie eine Myokarditis, Thrombozytopenie oder Pneumonie sind beim Immunkompetenten selten, sodass keine antivirale Therapie begonnen werden muss.