Das Bartter-Syndrom ist eine seltene autosomal-rezessiv vererbte Krankheit des aufsteigenden Astes der Henle-Schleife in der Niere.
Es besteht ein Defekt des Furosemid-sensitiven Na+/K+/2Cl--Kotransporters (NKCC2, Typ 1; auch BSC1 genannt) [oder des apikalen K+-Kanals (ROMK; Typ 2) oder des basolateralen Cl--Kanals (CLCKB, Typ 3), die mit dem Na+/K+/2Cl--Kotransport bei der Resorption von NaCl im Verdünnungssegment kooperieren] im aufsteigenden Ast der Henle-Schleife der Niere. Dadurch kann Natrium nicht genügend rückresorbiert werden, und es entsteht ein hyperreninämischerHyperaldosteronismus. Typ IV ist durch einen Defekt in Barttin, der essentiellen β-Untereinheit des ClC-K-Kanals gekennzeichnet, der neben der basolateralen Membran der Henle-Schleife, auch im Innenohr exprimiert wird. Dieser Phänotyp zeigt eine zusätzliche Taubheit, da die Produktion der K+-reichen Endolyphe gehemmt ist. Bei Typ V liegt eine Mutation im CaSR (extrazellulärer Calcium-Ion-Sensing-Rezeptor) vor, der die NKCC2 und den ROMK inhibiert. Das Hyperprostaglandin-E-Syndrom ist eine Kombination aus Typ I, II und III.
Die Krankheit ist mit einer Auftrittswahrscheinlichkeit 1,2:1 Million sehr selten.
Es wird versucht, durch Infusionen den Kaliumspiegel und den Natriumspiegel zu heben. Außerdem können Aldosteronantagonisten sowie Prostaglandinsynthesehemmer (z. B. Indometacin) eingesetzt werden.