Die Bakterienruhr hat eine Inkubationszeit von 2 - 7 Tagen. Die Krankheit beginnt mit kolikartigen Bauchschmerzen und Durchfall. Es kommt zu häufigen Stuhlentleerungen, die schmerzhaft sein können. Nach einigen Tagen tritt in der Regel die Genesung ein, doch es sind Fälle bekannt, in denen die Erkrankung tödlich endete.
Der große Flüssigkeits- und Elektrolytverlust stellt die größte Gefahr dar, durch den es zu Nierenversagen, Kreislaufkollaps, Krämpfen und Koma kommen kann. Nach Art des Stuhls unterscheidet man die weiße und die rote Ruhr. Bei der weißen Ruhr ist der Stuhl schleimig und hell, bei der roten Ruhr blutig. Als Krankheitsfolge kann es zum Reitersyndrom kommen. Nach überstandener Erkrankung scheidet die Person noch etwa vier Wochen Erreger aus.
Ursachen
Die Ursache ist eine Infektion mit folgenden Arten von Bakterien:
Die Bakterienruhr ist eine Erkrankung der Notzeiten, demzufolge tritt sie hauptsächlich bei einer geschwächten Immunabwehr auf. Heutige Fälle in Westeuropa tauchen entsprechend meist in Notquartieren auf. Der Mensch ist Erregerreservoir.
Die Erkrankung tritt typischerweise im Sommer und Frühherbst auf, interessanterweise trat eine Ruhrepidemie in der DDR 1962 im April auf.
Die Infektion erfolgt fäkal-oral, insbesondere über infizierte Nahrungsmittel oder Trinkwasser. Dabei ist eine Infektionsdosis von unter 100 Bakterien ausreichend. Im Gegensatz zu den ähnlichen Salmonellen sind Shigellen säurestabil, werden also im Magen nicht abgetötet.
Vorbeugung und Behandlung
Die grundlegende Vorbeugung sind Hygienemaßnahmen wie etwa Sauberkeit bei der Trinkwasser- und Nahrungszubereitung, regelmäßige Händedesinfektion und Fäkalienbeseitigung.