Articain ist ein Arzneistoff, der zur Gruppe der Lokalanästhetika gehört. Es wird unter anderem als Ultracain® vertrieben und von Zahnärzten verwendet.
Infiltrations- und Leitungsanästhesie (0,5-2 %-ig / hyperbar bis zu 5 %)
Typ
Articain wird üblicherweise als Lokalanästhetikum vom Säureamid-Typ klassifiziert, da die intermediäre Kette eine solche Säureamid-Bindung enthält. Allerdings trägt der Thiophen-Ring auch eine Seitenkette mit einer Ester-Bindung, so dass Articain eine Sonderstellung innerhalb der Klassifizierung der Lokalanästhetika einnimmt. Die Spaltung der Esterbindung durch Esterasen im Plasma führt überdies zu einem Metaboliten ohne lokalanästhetische Wirkung.[1]
Wirkung
Articain verändert die Membranpermeabilität sodass der Natriumeinstrom in die Nervenfaser gehemmt und somit die Bildung eines Aktionspotentials verhindert wird.
Wirkdauer
1,5-3 Stunden
Wirkeintritt
2 Minuten
Bemerkungen
Das Medikament verfügt über eine gute Penetration ins Knochengewebe. Inaktiviert wird es durch Hydrolyse und Freilegung einer hydrophilen Säuregruppe, wodurch es aus dem Körper eliminiert werden kann. Die Halbwertzeit liegt bei 25 Minuten. Es hat eine hohe Eiweißbindung und gute Allgemeinverträglichkeit und ist das Mittel der Wahl bei Schwangeren.
Einzelnachweise
↑ D.E. Becker & K.L. Reed: Essentials of Local Anesthetic Pharmacology. Anesth. Prog., 2006; 53: 98–109.