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Anastomose


Eine Anastomose ist in der Anatomie eine natürliche Verbindung zwischen Blutgefäßen, Lymphgefäßen oder Nerven. Hierbei ist zu beachten, dass ausschließlich Blutgefäße mit Blutgefäßen Anastomosen bilden, ebenso Lymphgefäße oder Nerven jeweils untereinander. Auch krankhafte (pathologische) Verbindungen werden Anastomosen genannt. In der Chirurgie werden operativ hergestellte Verbindungen zwischen Blutgefäßen, Nerven und Hohlorganen als Anastomose bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Anatomische Anastomosen

Beispiele für bekannte, natürliche Gefäßverbindungen sind die sogenannte Corona mortis (eine Anastomose zwischen der Arteria epigastrica inferior und der Arteria obturatoria) und die Riolan-Anastomose zwischen den Eingeweidearterien.

Krankhafte Umgehungskreisläufe

Untypische Anastomosen in den Plazentagefäßen sind Ursache des Fetofetalen Transfusionssyndromes, das bei Zwillingen auftreten kann.

Bei Stauung des Abflusses der Lebervenen kommt es zur Ausbildung von portokavalen Anastomosen.

Chirurgische Anastomosen

  • Eine Gefäßanastomose ist eine chirurgisch-operative Vereinigung der Enden eines Blutgefäßes zum Beispiel nach Durchtrennung oder nach Resektion einer Stenose, so die End-zu-End-Anastomose bei der Aortenisthmusstenose oder eine seitliche Anastomose nach seitlichem Einsetzen eines Blutgefäßes in ein anderes Blutgefäß. Auch die chirurgische Verbindung zwischen einem natürlichen Blutgefäß und einer Gefäßprothese wird als Anastomose bezeichnet.
Eine Blalock-Taussig-Anastomose ist eine Palliativ-Operation bei zyanotischen Kindern mit angeborenem Herzfehler.
  • Nach Resektion von Magen- und Darmabschnitten wird die Kontinuität durch Darmanastomosen wiederhergestellt. Auch hier gibt es End-zu-End-, Seit-zu-Seit-, End-zu-Seit- und Seit-zu-End-Anastomosen, wobei eine orthograde Darmpassage zugrunde gelegt wird. Bei der Benennung werden stets auch die betreffenden Organteile herangezogen. Dementsprechend stellt eine End-zu-Seit-Ileotransversostomie oder -stomose eine Verbindung zwischen dem Ileum-Ende (nach Zökum-Resektion) und der seitlichen Wand des Colon tranversum dar. Ein noch komplizierteres viszeralchirurgisches Sprachbeispiel ist die oral partial inferiore terminolaterale Gastroösophagostomie (oder -stomose). Hier wurde nach 2/3-Magenresektion der verbliebene Restmagen am Ende großkurvaturseitig mit der seitlichen Wand des Zwölffingerdarms verbunden, wobei ein kleinkurvaturseitiger Anteil des Restmagenausgangs blind vernäht wurde.

Wichtig bei jeder operativen Anastomosenanlage ist, das sie dicht und spannungsfrei gelingt, da sonst eine unkomplizierte Heilung infrage gestellt ist.

Siehe auch

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Anastomose aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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