1,1-Dimethylhydrazin wird seit den 1950ern aufgrund seiner guten Lagerfähigkeit als Raketentreibstoff verwendet. Als Oxidationsmittel dient hierbei Distickstofftetroxid.
Vorkommen und Verhalten in der Umwelt
Es sind keine natürlichen Quellen von 1,1-Dimethylhydrazin bekannt. Aufgrund seines niedrigen Dampfdrucks und seiner hohen Reaktivität (insbesondere gegenüber Ozon) ist eine weiträumige Verteilung bei Eintrag in die Umwelt nicht zu erwarten, und es erfolgt ein schneller Abbau.
Gewinnung/Darstellung
1,1-Dimethylhydrazin kann aus einer katalysierten Reaktion zwischen Dimethylamin und Ammoniak hergestellt werden. In Deutschland wird es nicht mehr hergestellt.
Eigenschaften
Physikalisch/Chemische Eigenschaften
Farblose, fischartig riechende Flüssigkeit, die an der Luft raucht. Die Dämpfe von 1,1-Dimethylhydrazin können die Haut und die Schleimhäute (Augen, Atemwege) reizen bzw. bei starker Belastung verätzen. Es hat bei 20 °C eine dynamische Viskosität von 0,56·10-3 Pa·s
Verwendung
Zur Herstellung von Farbstoffen, Arzneimitteln und Chemiefasern.
Als Gasabsorptionsmittel für Kohlendioxid und Schwefeldioxid.
Als brennbare Komponente (Heptyl, russ.) von flüssigen Raketentreibstoffen in Kombination mit Distickstofftetroxid (Amyl, russ.) oder RFNA (rauchende Salpetersäure, AK-27I oder Mélange, russ.) als Oxidationsmittel. Die Proton Trägerrakete verwendet 1,1-Dimethylhydrazin als Treibstoff mehreren bzw. allen Stufen, was bei Fehlstarts zu Verseuchungen im Absturzgebiet fürt. Im 1. Golfkrieg eingesetzte sowjetische Scud-Raketen enthielten je 1000 kg UDMH und 3500 kg RFNA.
Physiologie
1,1-Dimethylhydrazin wird leicht über die Haut aufgenommen und hat sich im Tierversuch als eindeutig krebserzeugend erwiesen.