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Behandlung von Blutprodukten in einer Durchflussbestrahlungsanlage

Risiko der unvollständigen Pathogen-Inaktivierung vollständig unterbinden

© psdesign1 – Fotolia.com #48250572

Blutprodukte retten nicht nur Leben, sie bergen auch Gefahren: Enthalten sie noch Pathogene vom Spender, kann sich Ihre Applikation für den Empfänger als verhängnisvoll erweisen. Zur Abtötung derartiger Pathogene hat sich die UV-Bestrahlung des Blutproduktes in „Blutbeuteln“ bereits etabliert, wobei es jedoch nicht möglich ist, sicherzustellen, dass das gesamte Volumen der Dosiseinheit vollständig bestrahlt und alle Pathogene zuverlässig inaktiviert werden. Die Blutbeutel werden zwar während der Belichtung kontinuierlich bewegt, um möglichst alle Pathogene der UV-Strahlung auszusetzen, dies reicht jedoch nicht aus, um die gewünschte Sicherheit zu bieten.

Denn bei dieser Vorgehensweise besteht noch die Gefahr, dass nicht alle Volumenbereiche des Blutproduktes von der UV-Strahlung erreicht werden: Pathogene können der UV-Bestrahlung entgehen, wenn sie während der Bestrahlung durch die Bewegung aus noch nicht bestrahlten Partien des Blutproduktes im Beutel in Volumenbereiche gelangen, die im weiteren Verlauf der Prozessierung keiner Bestrahlung mehr unterliegen, da sie nicht mehr in den Strahlungsbereich gelangen.

Dieses Risiko der unvollständigen Pathogen-Inaktivierung wird durch das hier vorgestellte Belichtungsverfahren vollständig unterbunden, indem die Belichtung in einem geeigneten Durchflusssystem vorgenommen wird. Der Kanalquerschnitt ist dabei so gewählt, dass das gesamte durchfließende Flüssigkeitsvolumen sicher bestrahlt wird. Die Bestrahlungsdauer wird durch die Länge der Belichtungsstrecke sowie die Fließgeschwindigkeit individuell, entsprechend den jeweiligen Erfordernissen, eingestellt.

Anwendungsfelder

Das hier vorgestellte Durchflussbestrahlungsverfahren für Blutprodukte ist universell einsetzbar sowohl für Blutprodukte, etwa Thrombozytenkonzentrate, als auch für Vollblut. Es können in kleinem Maßstab einzelne Dosiseinheiten parallel oder nacheinander bestrahlt werden. Es ist aber auch möglich, das Verfahren in eine kontinuierliche industrielle Großserienfertigung oder in Apherese-Behandlungen zu integrieren (inline-Verfahren).

Vorteile gegenüber dem Stand der Technik

Da der Querschnitt des Strömungskanals, in dem das Blutprodukt der UV-Strahlung ausgesetzt wird, so bemessen ist, dass die UV-Strahlung den gesamten Kanal-Querschnitt erreicht, wird das gesamte Produktvolumen vollständig bestrahlt. Die Gefahr, dass Pathogene im Blutprodukt der Bestrahlung entgehen, ist somit vollständig unterbunden.

Die Durchflussbestrahlungsanlage ist wesentlich einfacher aufgebaut und daher weitaus kostengünstiger in der Anschaffung und im Unterhalt als bestehende “Schüttel”-Belichtungsanlagen für einzelne Dosiseinheiten. Sie lässt sich problemlos in bestehende kontinuierliche Fertigungslinien von Blutprodukten integrieren und kann sowohl kontinuierlich als auch chargenweise betrieben werden.

Die Belichtungszeit ist sehr viel kürzer gegenüber der bisherigen Vorgehensweise. Die Gefahr von unerwünschten photochemischen Reaktionen im Blutprodukt wird somit deutlich reduziert.

Stand der Produktentwicklung

Die Verwendung des Durchflussbestrahlungsverfahrens für Blutprodukte wurde an realen Blutprodukten (Thrombozytenkonzentrate) durch Laborversuche nach-gewiesen. Ein Funktionsmuster ist vorhanden.

Marktpotential

Da das Durchflussbestrahlungsverfahren flexibel eingesetzt werden kann, besteht ein großes Marktpotenzial: Das Verfahren kann auf einzelne Dosiseinheiten unter einfachen Bedingungen angewendet (kleine Blutspendeeinrichtungen) oder in großtechnische Fertigungsprozesse eingebunden werden.

Kooperationsmöglichkeiten

Im Auftrag ihrer Gesellschafterin, Justus-Liebig-Universität Gießen, sucht die TransMIT GmbH Kooperationspartner oder Lizenznehmer für den Vertrieb/ die Weiterentwicklung in Deutschland, Europa, den USA und in Asien.

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