Meine Merkliste
my.bionity.com  
Login  

HepaTox: Neues Leberkulturmodell zur Vorhersage von Arzneistoff-Nebenwirkungen

09.04.2008: Ein Konsortium aus drei akademischen Gruppen und zwei forschenden Biotech-Unternehmen entwickelt gemeinsam ein neues Modell für arzneistoffinduzierte Lebertoxizität. Das Ziel: eine Plattform für Arzneistofftests.

In der Medikamentenentwicklung stellen Leberschäden die Forscher vor eine große Herausforderung, da diese oft idiosynkratisch (nicht von der Dosis, sondern von der individuellen Reaktion abhängig) auftreten oder erst, nachdem der Patient das Medikament über einen längeren Zeitraum eingenommen hat. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die Daten aus Tierversuchen nur schlecht auf den Menschen zu übertragen sind. Zudem gibt es gegenwärtig keine geeigneten in vitro Modelle, mit denen die Lebertoxizität von neuen Arzneistoffen zuverlässig abgeschätzt werden könnte. Eine wichtige Vorraussetzung hierfür wäre, dass die verwendeten Modelle die physiologischen Funktionen der menschlichen Leber bestmöglich widerspiegeln.

Fünf Forschergruppen aus Wissenschaft und Wirtschaft haben sich zusammengeschlossen, um ein komplexes dreidimensionales Leberkulturmodell auf der Basis von menschlichen Leberzellen zu entwickeln. Die Bioreaktorgruppe der Charité Universitätsmedizin in Berlin (Dr. K. Zeilinger, Prof. J. Gerlach) konnte bereits zeigen, dass Leberzellen in so genannten 3D-Bioreaktoren ihre Funktionen über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten und daher zur Untersuchung von Langzeiteffekten genutzt werden können. Nun wird ein verfeinertes Modell für die Untersuchung von Arzneistoffen entwickelt und der Pharmaforschung zugänglich gemacht werden. Das Modell soll zudem die Zahl tierexperimenteller Studien reduzieren, welche aufgrund der signifikanten Unterschiede zwischen Mensch und Tier in Hinblick auf Lebertoxizität nur eine eingeschränkte Vorhersagekraft aufweisen.

Neben der Bioreaktorgruppe der Charité sind an dem Projekt die Abteilung für Traumatologie der Technischen Universität München (Prof. A. Nüssler) sowie die Technische Biochemie der Universität des Saarlandes (Prof. E. Heinzle) in Saarbrücken beteiligt. Die industriellen Netzwerkpartner Pharmacelsus GmbH und Elexopharm GmbH sind ebenfalls in Saarbrücken lokalisierte Biotech-Unternehmen. Die Koordination des Projektes wird von Pharmacelsus übernommen. Das Projekt mit dem Namen HepaTox wird im Rahmen der Fördermaßnahme "Innovation in der Medikamentenentwicklung" über drei Jahre und einem Gesamtvolumen von 1,28 Millionen Euro gefördert.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über Pharmacelsus
Mehr über Uni des Saarlandes
Mehr über Charité
  • News

    Genetische Steuerung von Allergie-Zellen entschlüsselt

    Wissenschaftlern der Charité – Universitätsmedizin Berlin ist es in Zusammenarbeit mit Kollegen aus Japan erstmalig gelungen, das vollständige Transkriptom bestimmter menschlicher Immunzellen aufzuklären. Das Transkriptom stellt die Gesamtheit der Gene dar, die zu einem definierten Zeitpunk ... mehr

    Den genetischen Ursachen angeborener Herzfehler auf der Spur

    Angeborenen Herzfehlern liegt eine Kombination von seltenen Mutationen in verschiedenen Genen zugrunde. Das ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern des Experimental and Clinical Research Center (ECRC), einer gemeinsamen Einrichtung der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des ... mehr

    Jede Herzschwäche ist anders

    Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben jetzt die ersten Ergebnisse des EU-geförderten mulitzentrischen Forschungsprojektes SICA-HF vorgestellt. Sie haben herausgefunden, dass Herzinsuffizienz zu einer allgemeinen Muskelschwäche im Skelettmuskel führen kann, welche si ... mehr

  • Forschungsinstitute

    Charité - Universitätsmedizin Berlin

    Die Charité zählt zu den größten Universitätskliniken Europas. Hier forschen, heilen und lehren Ärzte und Wissenschaftler auf internationalem Spitzenniveau. Über die Hälfte der deutschen Nobelpreisträger für Medizin und Physiologie stammen aus der Charité, unter ihnen Emil von Behring, Robe ... mehr

Mehr über TU München
Mehr über ElexoPharm
  • News

    ElexoPharm GmbH schließt Lizenzvertrag mit Merck & Co., Inc

    Die ElexoPharm GmbH Saarbrücken hat bekannt gegeben, dass sie einen Kooperationsvertrag sowie eine exklusive weltweite Lizenzvereinbarung mit einer Tochterfirma von Merck & Co., Inc. geschlossen hat. Gegenstand der Vereinbarung ist ein innovatives Wirkstoffentwicklungsprojekt im Bereich von ... mehr

    HepaTox: Neues Leberkulturmodell zur Vorhersage von Arzneistoff-Nebenwirkungen

    Ein Konsortium aus drei akademischen Gruppen und zwei forschenden Biotech-Unternehmen entwickelt gemeinsam ein neues Modell für arzneistoffinduzierte Lebertoxizität. Das Ziel: eine Plattform für Arzneistofftests. In der Medikamentenentwicklung stellen Leberschäden die Forscher vor eine gro ... mehr

  • Firmen

    ElexoPharm GmbH

    ElexoPharm ist ein Dienstleistungsunternehmen auf dem Gebiet der Forschung für die pharmazeutische Industrie. Unser Fokus liegt auf dem Gebiet der Entdeckung und Optimierung von Wirkstoffmolekülen. Als Spin-Off des Lehrstuhls für Pharmazeutische und Medizinische Chemie der Universität des S ... mehr

Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.