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Studie: Hepatitis C reduziert Lebenserwartung um bis zu 18 Jahre
19.11.2004: (dpa) - Eine Hepatitis-C-Infektion reduziert die Lebenserwartung des Menschen um bis zu 18 Jahre. Das geht aus einer Langzeitstudie hervor, bei der Mediziner in Österreich insgesamt 442 infizierte Patienten über einen Zeitraum von 27 Jahren beobachteten. Die Untersuchung wurde nach Angaben der Nachrichtenagentur APA vom Mittwoch vom Gesundheitsministerium in Wien in Auftrag gegeben. Nach Meinung des Hepatitis-Experten Peter Ferenci vom Allgemeinen Krankenhaus (AHK) Wien hilft nur eine frühe Diagnose und Behandlung gegen den frühen Tod. Kaum einer der untersuchten Patienten wurde danach älter als 60 Jahre.
Dabei könnten laut Ferenci bis zu 63 Prozent aller Patienten dauerhaft durch eine rechtzeitige Therapie mit den verfügbaren Medikamenten Ribavirin und Peginterferon geheilt werden, wenn die Erkrankung frühzeitig diagnostiziert würde. Derzeit, so sagte der Mediziner, werde die Hepatitis C meist nur durch Zufall oder so spät entdeckt, dass bereits Komplikationen oder gar schon irreparable Schäden vorliegen. Rund 30 Prozent der Erkrankten wiesen zu diesem Zeitpunkt bereits eine fortgeschrittene Leberkrankheit - wie Zirrhose oder Leberkrebs - auf.
Insgesamt verringert sich die durchschnittliche Lebenserwartung für Erkrankte der Untersuchung zufolge bei Männern um 15 Jahre, bei Frauen sogar um 18 Jahre. Dieser Wert ergab sich, obwohl bei sechs Prozent aller Erkrankten eine Lebertransplantation vorgenommen wurde.
Bei rund 80 Prozent der Patienten entwickelt sich im Lauf der Zeit eine chronische Lebererkrankung, die die Leber nach und nach schädigt und letztendlich zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen kann. Hepatitis C ist die häufigste Ursache für eine Lebertransplantation in Österreich. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (Berlin) wird die Zahl der Hepatitis-C-Infizierten auf 3 bis 5 Millionen Menschen in Europa geschätzt.
Das Hepatitis-C-Virus wurde erst im Jahr 1989 identifiziert. Es wird durch Blut und damit auch Drogenspritzen übertragen, vor Einführung des HCV-Tests oft durch Organ- und Blutspenden. In Deutschland wurde der Test für alle Spender im April 1991 verbindlich. Krankheitssymptome treten anfangs meist nicht auf. Später sind sie unspezifisch wie grippeähnliche Beschwerden, Müdigkeit, Übelkeit oder gelegentlich Gelbsucht.
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