Novartis hegt nur noch «minimale Hoffnung» für Aventis-Übernahme

25.03.2004

Der Schweizer Pharma-Konzern Novartis sieht angesichts der ablehnenden Haltung der französischen Regierung kaum mehr Chancen für eine Übernahme des deutsch-französischen Konkurrenten Aventis. «Es gibt leider nur minimale Hoffnung, dass sich der Horizont lichtet», sagte der Novartis-Chef Daniel Vasella der französischen Wirtschaftszeitung «Les Echos». Wenn die Regierung in Paris nicht ihre Neutralität in dieser Frage zusichere, «dann verzichten wir auf unser Projekt einer Annäherung an Aventis», erklärte Vasella.

Der Aventis-Aufsichtsrat soll nach einem Bericht der Zeitung «Die Welt» schon am 2. April zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen kommen und eine Grundsatzentscheidung zur möglichen Fusion mit Novartis fällen. «Wir werden dies weder kommentieren noch bestätigen», sagte ein Aventis-Sprecher am Donnerstag in Straßburg. Bisher gebe es noch keine einheitliche Linie im Aufsichtsrat, berichtete die Zeitung. Vor allem die französischen Arbeitnehmervertreter würden die feindliche Übernahme durch den Pariser Konkurrenten Sanofi-Synthélabo favorisieren.

In der vorigen Woche hatte sich der französische Ministerpräsident Jean-Pierre Raffarin in den Übernahmekampf um Aventis eingeschaltet. Der Besitz von Mitteln gegen den Bioterrorismus sei von nationalem Interesse, sagte er mit Hinweis auf die Impfstoffsparte von Aventis. Die französische Regierung wolle «mit allen Mitteln» eine Übernahme von Aventis durch Novartis verhindern, hat die Pariser Zeitung «Le Figaro» berichtet und weitere Regierungsquellen mit den Worten zitiert: «Wir werden es nicht zulassen, dass die Schweizer etwas an sich ziehen, was wir über die Jahre hinweg aufgebaut haben.»

Novartis war ermutigt von der Aventis-Vorstandsspitze als Bewerber ins Spiel gebracht worden, um das Unternehmen vor der feindlichen Übernahme durch den kleineren französischen Pharmakonzern Sanofi- Synthélabo zu retten. Sanofi-Synthélabo hatte Ende Januar die Übernahme von Aventis gegen eigene Aktien und bar angeboten. Aventis hatte massiven Widerstand gegen die Kaufofferte mit einem Gesamtvolumen von etwa 46 Milliarden Euro angekündigt.

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