Novartis erläutert Bedingungen für eine Fusion mit Aventis

24.03.2004

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat am Dienstag sein Interesse an einem Zusammenschluss mit dem deutsch-französischen Konkurrenten Aventis bekräftigt. Novartis halte eine Fusion für ein realistisches Geschäftsmodell und sei unter bestimmten Bedingungen zu Verhandlungen darüber bereit, teilte das Unternehmen mit.

Entscheidende Bedingung für einen Zusammenschluss ist für Novartis, dass die französische Regierung einer Fusion keine Steine in den Weg legt. Angesichts der negativen Einstellung von Paris gegenüber einer Novartis/Aventis-Fusion werde das Unternehmen nur nach einer vorherigen formellen Einladung des Aventis-Aufsichtsrates und bei einer Neutralitätserklärung der Regierung entsprechende Verhandlungen aufnehmen, hieß es.

PARIS ALS STOLPERSTEIN - AUSGLIEDERUNG VON NICHT-KERNGESCHÄFT GEPLANT

Bisher schien Paris die feindliche Übernahmeofferte des heimischen Konzerns Sanofi-Synthelabo der rund 48 Milliarden Euro für Aventis geboten hatte, aus politischen und wirtschaftlichen Gründen zu unterstützen. Premierminister Raffarin hatte erklärt, Frankreich habe mit Blick auf den Bioterrorismus ein nationales Interesse an der Erhaltung der Forschungs- und Fertigungskapazitäten von Aventis im Impfstoffbereich.

Novartis erklärte am Dienstag, die Machbarkeitsstudie, in der ein mögliches Zusammengehen mit Aventis geprüft wurde, sei jetzt mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen worden. Eine Arbeitshypothese beinhalte eine mögliche Ausgliederung von Aventis- und Novartis-Geschäftsbereichen, die nicht zum Kerngeschäft zählten, in ein Pharmaunternehmen mit eigener Entwicklung, Produktion, Lizenzierung und Vertrieb. Dadurch sollten besonders in Deutschland und Frankreich Arbeitsplätze gerettet werden.

VON DER BÖRSENAUFSICHT ZU ERKLÄRUNG AUFGEFORDERT

Novartis mache diese Erklärung, weil das Unternehmen erneut von der französischen Börsenaufsicht zu einer Klarstellung seiner Position in Bezug auf Aventis aufgefordert worden sei. Verhandlungen oder Preisdiskussionen hätten bisher nicht stattgefunden, hieß es. Bei Sanofi-Synthelabo war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Unterdessen bezeichnete Novartis-Chef Daniel Vasella eine Fusion in einem am Dienstag veröffentlichten Interview auf der Internetseite des "Wall Street Journal" (WSJ) als "attraktive Idee". Aventis bestätigte zugleich, dass zwar keine Verhandlungen, aber Gespräche mit Novartis stattgefunden hätten. Novartis habe Aventis seine Vorstellungen über ein mögliche Annäherung beider Unternehmen unterbreitet, sagte ein Aventis-Sprecher am Dienstag. Diese Vorstellungen würden geprüft und die Gespräche fortgeführt, sagte er.

Weitere News aus dem Ressort Wirtschaft & Finanzen

Meistgelesene News

Weitere News von unseren anderen Portalen

So nah, da werden
selbst Moleküle rot...