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Gemeinsam gegen Alzheimer und Demenz

Neues Forschungsgebäude in Göttingen feierlich eröffnet

15.09.2016

umg/mehle

Das neue Forschungsgebäude BIN/ DZNE in Göttingen.

Die Häufigkeit von Demenzkranken in der Bundesrepublik nimmt zu – von 1,5 Millionen zurzeit auf etwa zwei Millionen im Jahr 2025. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass ab dem Jahr 2040 neurodegenerative Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache nach Herz-Kreislauf-Leiden sein werden. Um dieser Herausforderung begegnen zu können, sind entscheidende Fortschritte in der Diagnose und Behandlung nötig.

In Göttingen ist für die Entwicklung bundesweit innovativer Forschungsansätze gegen Alzheimer und andere Demenzformen ein neues Gebäude eröffnet worden. Die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur Gabriele Heinen-Kljajić hat gemeinsam mit Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Sprecher der Vorstands der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), und Prof. Dr. Dr. Pierluigi Nicotera, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), am Dienstag, dem 13. September 2016, das neue Forschungsgebäude auf dem Gelände der UMG eröffnet. Die Baukosten für das neue Forschungsgebäude in Höhe von rund 27,5 Millionen Euro trägt das Land Niedersachen.

In dem Neubau erforschen das Center for Biostructural Imaging of Neurodegeneration (BIN) der UMG und das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Standort Göttingen, in enger Zusammenarbeit die Ursachen von Erkrankungen des Nervensystems wie der Alzheimer Demenz. Dazu wollen derzeit etwa110 Forscherinnen und Forscher, 60 im BIN, 54 im DZNE, in dem neuen Gebäude dia-gnostische Verfahren entwickeln. Im Juni sind dazu die ersten Forscherinnen und Forscher beider Einrichtungen in das neue Gebäude eingezogen.

Gemeinsames Gebäude bündelt gemeinsame Forschung

Der neue Gebäudekomplex für die gemeinsame Unterbringung von BIN und DZNE am Standort Göttingen schafft moderne Voraussetzungen, um die Gebäude- und Geräteinfrastruktur synergetisch nutzen zu können. Die U-Form des Gebäudes und die gezielt eingesetzte Farbgebung, Grün für das BIN, Blau für das DZNE, stehen architektonisch als Sinnbild für das Konzept: BIN und der DZNE-Standort Göttingen wer-den als eigenständige und für sich sichtbare Einrichtungen jeweils in einem der beiden Gebäudeflügel firmieren. „Kooperationsflächen“ verbinden beide Gebäudeflügel. Hier finden sich Labore, Werkstätten, Lagerräume, Geräte- sowie Seminarräume. Diese Einrichtungen stehen den Forschern beider Einrichtungen gleichermaßen zur Verfügung. So muss keine Technik doppelt vorgehalten werden.

„Göttingen ist bei den Neurowissenschaften seit langem ein international ausgewiesener Forschungsstandort und ein wichtiger Partner im DZNE“, sagte Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka. „Ich freue mich, dass wir mit dem nun-mehr eröffneten Neubau in Göttingen die gemeinsame Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen weiter stärken. Die Eröffnung steht exemplarisch auch für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem Bund und den Ländern in wichtigen Bereichen der Gesundheitsforschung.“

Die niedersächsische Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić sagt: „Forschungen zur Demenz und anderen neurologischen Erkrankungen sind für eine älter werdende Gesellschaft von herausragender Bedeutung. Mit dem gemeinsamen Gebäude für das DZNE und das BIN der Universitätsmedizin Göttingen wird dafür die erforderliche Infrastruktur geschaffen. Die hervorragende Zusammenarbeit von Universitäten mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen wird durch das gemein-same Forschungsgebäude gestärkt. Dadurch wird der Standort Göttingen für den wissenschaftlichen Nachwuchs noch attraktiver.“

Für das DZNE würdigt dessen Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Dr. Pierluigi Nicotera den Neubau in Göttingen: „Neurodegenerative Erkrankungen lassen sich nicht auf eine einzelne Ursache oder einen bestimmten Prozess zurückführen, deshalb wird das gesamte translationale Forschungsspektrum benötigt. Das DZNE ist die einzige Forschungseinrichtung, die neurodegenerative Erkrankungen in ihrer vollen Bandbreite – von der Grundlagenforschung bis hin zu klinischen Studien, Bevölkerungsstudien sowie Versorgungsforschung abdeckt. Der Standort Göttingen zeigt beispielhaft, wie diese Strategie gelebt wird – als Teil eines deutschlandweit agierenden Zentrums mit der engen Kooperation hervorragender Neurowissenschaftler vor Ort. Der Neubau wird diese Kooperationen noch weiter stärken.“

Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Sprecher des Vorstands der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) unterstreicht den Sinn der engen räumlichen Zusammenarbeit: „Mit dem Gebäudekonzept konzentriert sich die hohe Expertise neurowissenschaftlicher Forschung am Göttingen Campus zu Fragen der Bildgebung im Bereich der Neurowissenschaften. Hier liegt ein expliziter Schwerpunkt. Die gemeinsame Unterbringung des DZNE-Standortes Göttingen mit den Arbeitsgruppen der Universitätsmedizin, der Universität und der Max-Planck Gesellschaft in einem Haus, mit einer gemeinsamen Nutzung von Funktionsräumlichkeiten, symbolisiert diese enge Kooperation. Sie bündelt die Ressourcen und schafft kurze Wege.“

Den Wissenschaftlern stehen in dem vier-geschossigen Gebäude insgesamt 3.443 Quadratmeter Nutzfläche und etwa 200 Räume zur Verfügung. 59 Prozent der Fläche werden künftig vom BIN und 41 Prozent vom DZNE genutzt.

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