Prophylaktische Brustamputation bei Genmutation - sinnvolle Maßnahme oder reine Hysterie?

16.05.2013 - Deutschland

Wenn die Mutter und Großmutter oder mindestens zwei andere Verwandte an Brust- oder Eierstockkrebs erkranken, könnte das ein Hinweis auf eine familiäre Belastung sein. Von so genannten "Krebsfamilien" ist die Rede. In Deutschland erkranken jährlich rund 57.000 Frauen an Brustkrebs. Bei fünf bis zehn Prozent der Betroffenen ist die Erkrankung auf eine genetische Veranlagung zurückzuführen. Dabei handelt es sich um eine Mutation in einem Hochrisikogen. Meist sind es Veränderungen in den Genen BRCA1 oder BRCA2. Diese Genmutation hat zur Folge, dass die betroffenen Frauen, sofern sie sich nicht wie Angelina Jolie und andere Frauen prophylaktischer Behandlungen unterziehen, mit großer Wahrscheinlichkeit an Brust- und/oder Eierstockkrebs erkranken.

"Es gibt heutzutage viele Möglichkeiten, das Krebsrisiko trotz Vorhandensein einer familiären Belastung zu reduzieren. Wichtig ist, dass sich möglicherweise betroffene Frauen und Männer rechtzeitig mit dem Thema befassen und beraten lassen", sagt Professorin Rita Schmutzler von der Uni-Frauenklinik in Köln, Sprecherin des Konsortiums für erblichen Brust- und Eierstockkrebs, das aus zwölf universitären Zentren besteht.

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