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08.02.2013: Die Universität Zürich beabsichtigt, gentechnisch veränderten Weizen in Feldversuchen zu testen. Dabei soll erforscht werden, wie sich neu entwickelte Weizenlinien mit einer verbesserten Resistenz gegen Mehltau im Freiland verhalten. Die Universität Zürich hat dazu ein Bewilligungsgesuch beim Bundesamt für Umwelt eingereicht. Die Forschungsanstalt Agroscope am Standort Reckenholz in Zürich betreibt das Versuchsfeld. 

Weizen wird häufig von Pilzkrankheiten wie Mehltau befallen. Resistenzgene gegen Mehltau schützen Weizen gegen einige, aber nicht alle Varianten des Krankheitserregers. Die UZH-Forschungsgruppe um Prof. Beat Keller prüft mittels gentechnischer Verfahren verschiedene Wege für eine verbesserte Resistenz. Sie plant für das Jahr 2014 neue Feldversuche und hat ein Bewilligungsgesuch beim Bundesamt für Umwelt eingereicht. Die neuen Versuche schliessen an jene in den Jahren 2008 bis 2010 an, die im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms NFP59 durchgeführt worden sind.

Resistenz muss im Freiland geprüft werden

Seit mehreren Jahren beschäftigen sich die Zürcher Forschenden mit einem Gen aus Weizen, das Resistenz gegen den Erreger von Mehltau (Blumeria graminis f. sp. tritici) vermittelt. Dieses Resistenzgen mit der Bezeichnung Pm3 kommt in verschiedenen Varianten, sogenannten Allelen vor. Wie damit eine langfristige Resistenz erzielt werden kann, lässt sich nur in Feldexperimenten erforschen.

Nach den im Rahmen des NFP59 durchgeführten Feldversuchen hat das Team der UZH weitere gentechnisch veränderte Weizenlinien hergestellt. Die Forschenden führten dabei ein neues Allel ein und kreuzten die transgenen Pm3-Weizenlinien. Durch das Kreuzen und die anschliessende Selektion konnten sie jeweils zwei unterschiedliche Pm3-Allele stabil in einer Pflanze kombinieren. Sie untersuchten die neuen Weizenlinien im Labor und Gewächshaus.

In der Vegetationshalle, die freilandnahe Licht- und Wetterbedingungen bietet, sind gentechnisch veränderte Weizenpflanzen mit dem neuen Allel vollständig resistent gegen Mehltau. «Nach diesem ermutigenden Resultat möchten wir nun alle Weizenlinien in Feldversuchen testen», erklärt Beat Keller. Die Aussat erfolgt voraussichtlich im März 2014, erste Ergebnisse sollten nach zwei Versuchsjahren vorliegen. Die Forschungsanstalt Agroscope richtet derzeit am Standort Reckenholz (ZH) ein geschütztes Versuchsfeld für gentechnisch veränderte Pflanzen ein, um die Verbreitung der Versuchspflanzen und die Zerstörung der Versuche durch Vandalenakte zu verhinden. Auf diesem Feld sollen die Versuche der UZH durchgeführt werden. Agroscope wird für die agronomische Betreuung und zusammen mit den Forschenden für die biologische Sicherheit verantwortlich sein.

Für andere Pflanzenkrankheiten nützlich

Mehltau ist weltweit eine bedeutende Weizenkrankheit, die die Qualität und den Ertrag von Weizenernten schmälert. Wie bei den früheren Feldversuchen geht es bei diesen neuen Versuchen darum, mehr über die Funktionsweise von Resistenzgenen herauszufinden. «Da die Pm3-Allele zur grössten Klasse der pflanzlichen Resistenzgene gehören, lassen sich die Resultate auf andere Pflanzenkrankheiten und deren Bekämpfung übertragen», resümiert Beat Keller.

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