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Medizinerin der Saar-Uni erforscht angeborene Herzfehler bei Erwachsenen

08.02.2013

Über 80 Prozent der Kinder mit angeborenen Herzfehlern erreichen heute das Erwachsenenalter – dank der Forschritte der modernen Medizin. In Deutschland leben ungefähr 180.000 Erwachsene mit angeborenem Herzfehler (EMAH), die dauerhaft medizinisch betreut werden müssen. Die Internistin und Kardiologin Dr. Tanja Rädle-Hurst vom Universitätsklinikum des Saarlandes behandelt seit Jahren EMAH-Patienten und forscht unter anderem an besseren Diagnose-Techniken. Rädle-Hurst wurde nun deutschlandweit als erste Medizinerin mit dem Forschungsgebiet „Kardiologie/Erwachsene mit angeborenem Herzfehler“ habilitiert.

„Erwachsene Patienten mit komplexem angeborenen Herzfehler müssen spürbare Einschränkungen im alltäglichen Leben hinnehmen“, weiß Privatdozentin Dr. Tanja Rädle-Hurst, die sich am Homburger Uniklinikum mit den klinischen und psychosozialen Aspekten dieser Patienten-Gruppe beschäftigt. „Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz oder Restbefunde nach erfolgter Korrekturoperation sind keine Seltenheit. Die Patienten müssen daher ein Leben lang in medizinischer Behandlung bleiben.“ Das Uniklinikum des Saarlandes ist hierbei eines von nur zwölf überregionalen Zentren in Deutschland, an dem die Mediziner diese Patienten optimal versorgen können.

In ihrer Forschung beschäftigt sich Rädle-Hurst mit neuen Echokardiographie-Methoden, das heißt mit der Untersuchung des Herzens mittels Ultraschall. „Mit der herkömmlichen Echokardiographie ist es bei vielen unserer Patienten zum Beispiel schwer, eine Veränderung am Herzen frühzeitig zu entdecken“, erklärt die Medizinerin der Universität des Saarlandes. „Die Anwendung von Biomarkern wiederum ermöglicht es uns, etwa eine Herzinsuffizienz früher zu erkennen und zu behandeln.“

Rädle-Hurst ist bereits seit sechs Jahren in der Klinik für Pädiatrische Kardiologie unter der Leitung von Professor Dr. Hashim Abdul-Khaliq am Homburger Uniklinikum tätig und seit 2009 offiziell EMAH-zertifizierte Kardiologin. Darüber hinaus arbeitet sie auch eng mit den Medizinern aus den anderen Bereichen des Uniklinikums zusammen. „So können wir unseren Patienten die jeweils neuesten Therapiemöglichkeiten zukommen lassen, wenn es bei unseren Patienten zum Beispiel zum Auftreten von Herzrhythmusstörungen oder zusätzlichen Veränderungen in der Lunge oder Leber kommt“, berichtet Rädle-Hurst. „Die interdisziplinäre Zusammenarbeit am Uniklinikum ist ein erfolgreiches Beispiel, das zeigt wie Menschen mit komplexen und seltenen Erkrankungen behandelt werden können und wie die Forschung vorangebracht werden kann.“

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