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19.07.2012: Wissenschaftler am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und dem Universitätsklinikum Tübingen haben als Leiter einer internationalen Studie die Bedeutung neuer genetischer Risiko-Faktoren für die Parkinson-Krankheit in verschiedenen Bevölkerungsgruppen nachgewiesen. Die Studie basiert auf der genetischen Untersuchung von mehr als 17.000 Patienten und gesunden Kontrollpersonen. Erstmals belegt die Studie als eine der bisher größten genetischen Untersuchungen zur Parkinson-Krankheit die Bedeutung von Risiko-Genen für die Krankheitsentstehung nicht nur für die Bewohner der westlichen Hemisphäre, sondern auch für die Bevölkerung im asiatisch-pazifischen Bereich.

Durch den rasanten technischen Fortschritt bei genetischen Untersuchungen können große Patientengruppen mit relativ geringem Zeitaufwand auf Risiko-Gene für die Parkinson-Krankheit untersucht werden. Dabei werden typischerweise Parkinson-Patienten aus bestimmten Regionen, wie zum Beispiel aus Westeuropa oder den USA, untersucht. Bisher war es aber unklar, ob und inwieweit die gefundenen Risikofaktoren sich auch auf andere Bevölkerungsgruppen weltweit übertragen lassen.

Um diesem Problem zu begegnen, hatten Tübinger Ärzte und Forscher bereits im Jahre 2004 gemeinsam mit Kollegen aus den USA ein Konsortium zur Erforschung der genetisch-epidemiologischen Ursachen der Parkinson-Krankheit (GEO-PD) gegründet. Die aktuelle Studie entstand im Rahmen dieses Konsortiums in Zusammenarbeit von Parkinson-Spezialisten aus 19 Ländern und vier Kontinenten und wurde durch Fördermittel der Michael J. Fox Stiftung (MJFF) unterstützt. Die auf diese Weise zusammengetragenen DNA-Proben von mehr als 17.000 Patienten und Kontrollpersonen haben es nun erstmals ermöglicht, die Ergebnisse großer Genom-weiter Assoziationsstudien in verschiedenen Patienten-Populationen weltweit zu überprüfen und hinsichtlich ihrer Bedeutung in der jeweiligen Bevölkerung einzuordnen. Dabei zeigt die Studie die besondere Bedeutung des bevölkerungsspezifischen Kontextes bei der Interpretation und Gewichtung der genetischen Risikofaktoren.

Anhand der Studie können Risiko-Gene für die Parkinson-Krankheit benannt werden, die über Verlaufsuntersuchungen der betroffenen Merkmalsträger eine Aussage zum natürlichen Voranschreiten der Erkrankung ermöglichen. Dies ist ein erster Schritt in Richtung einer zukünftigen personalisierten Risiko-Modellierung für Träger der verschiedenen Genveränderungen.

Originalveröffentlichung:
Manu Sharma et al.; Large-scale replication and heterogeneity in Parkinson disease genetic loci; Neurology „ahead of print“, 11.07.2012.

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