Meine Merkliste
my.bionity.com  
Login  

05.07.2012: Infektionen mit Herpesviren, insbesondere mit dem humanen Cytomegalovirus, verursachen schwerwiegende, zum Teil lebensbedrohliche Erkrankungen. Die derzeit verfügbaren Medikamente sind in ihrer Wirkung oft nicht ausreichend. Die Forschergruppe um Prof. Manfred Marschall am Virologischen Institut des Universitätsklinikums Erlangen will daher eine ganz neue Strategie der Medikamenten-Entwicklung anwenden, welche innovative Technologien einbindet. Ziel ist es, die Vermehrung der Erreger zu blockieren und gleichzeitig deren Resistenzbildung gegen die Medikamente zu unterbinden. Diese neue Technologie-Basis soll helfen, Medikamente maßzuschneidern und damit besonders wirkungsvoll zu gestalten.

Die Infektion mit dem humanen Cytomegalovirus stellt bei Personen mit eingeschränktem Immunsystem eine erhebliche, zum Teil lebensbedrohliche Gefahr dar. Dies gilt insbesondere für Transplantat-Empfänger, Patienten unter einer Tumor-Chemotherapie und für Neugeborene. Die zugelassenen antiviralen Medikamente führen häufig zu Nebenwirkungen und zur Resistenzbildung bei den Viren. Eine Resistenz, also eine erworbene Unempfindlichkeit gegenüber Medikamenten, bilden Viren zum Beispiel, indem sie ihre molekularen Angriffspunkte so verändern, dass die Wirkstoffe ihrer nicht mehr habhaft werden können. „Die Lösung des Problems der Medikamentenresistenz stellt bislang eine der Kernfragen der antiviralen Therapie dar“, erläutert Prof. Manfred Marschall.

Das Forschungsvorhaben der Erlanger stellt diesem Resistenzproblem einen neuen Entwicklungsansatz für Medikamente gegenüber. Sie wollen Wirkstoffe finden und weiterentwickeln, die an unveränderbare Strukturen des Virus binden. Damit hätte das Virus keine Möglichkeit, eine Resistenz zu entwickeln. Das Projektvorhaben vereint zu diesem Zweck erstmals neue molekulare Technologien wie z.B. hochauflösende Mikroskopieverfahren und Proteinstruktur-Analysen, die in der Entwicklung antiviraler Medikamente bisher noch nicht in dieser Form zum Einsatz kamen. Ziel dieser methodischen Innovation ist es, eine nächste Generation von anti-herpesviralen Medikamenten bereitzustellen.

Die Arbeitsgruppe und ihre Kooperationspartner konnten bereits nachweisen, dass das betreffende virale Enzym, die sogenannte Proteinkinase pUL97, durch bestimmte neue Wirkstoffe blockiert werden kann. Die Virusvermehrung kann unter dem Einsatz ganz bestimmter Inhibitoren auf eine Weise unterdrückt werden, dass es nicht zu einer Resistenzbildung kommt. Mithilfe der erprobten Wirkstoffe wollen die Virologen die Wechselwirkung zwischen einem künftigen Medikament und dem Zielmolekül voraussagen. „Die genaue Kenntnis der Wechselwirkung, vor allem mit Blick auf die räumlichen Struktur des viralen Enzyms, würde der Therapie-Entwicklung eine neue Richtung geben“, beschreibt Prof. Manfred Marschall die Motivation für das Projekt.

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit rund 190.000 Euro.

Kontakt / Infos anfordern

Fordern Sie gratis weitere Informationen an:

Merkliste

Hier setzen Sie die nebenstehende News auf Ihre persönliche Merkliste

Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über Wilhelm Sander-Stiftung
Kontakt
Wilhelm Sander-Stiftung
Goethestr. 74
80336 München
Deutschland
Tel.
+49 89 544 187 0
Fax
+49 89 544 187 20
Mehr über Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Kontakt
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Schlossplatz 4
91054 Erlangen
Deutschland
Tel.
0049 9131 8524036
Fax
0049 9131 8524806
  • News

    Antikörper und Autoimmunkrankheiten im Fokus

    Großer Erfolg für Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU): Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat grünes Licht für einen neuen Sonderforschungsbereich (SFB)/Transregio gegeben. Der Forschungsverbund „B-Zellen: Immunität und Autoimmunität“ nimmt seine Arbeit zum ... mehr

    Dunkelfelder verraten Störenfriede

    Mit Hilfe einer neuen Art der medizinischen Röntgenbildgebung haben Physiker der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) in Zusammenarbeit mit Kollegen aus der Frauenheilkunde, Radiologie und Pathologie im Universitätsklinikum Erlangen Erstaunliches sichtbar gemacht. In Gewe ... mehr

    Neue Gehirnzellen wachsen lassen

    Wissenschaftlern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) ist es zusammen mit Forschern der Universität Mainz und der LMU München gelungen, das Wachstum bestimmter Gehirnzellen zu stimulieren. Dies könnte langfristig dazu beitragen, neue Ansätze für die Therapie neurologi ... mehr

  • Stellenangebote

    W 3-Professur (Lehrstuhl) für Klinische und Molekulare Virologie (w/m)

    Die Medizinische Fakultät besetzt am Virologischen Institut - Klinische und Molekulare Virologie zum nächstmöglichen Termin eine W 3-Professur (Lehrstuhl) für Klinische und Molekulare Virologie (Nachfolge Prof. Dr. med. Bernhard Fleckenstein) Zu den Aufgaben gehört die Vertretung des F ... mehr

  • Firmen

    Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

    Mit mehr als 260 Lehrstühlen und insgesamt rund 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (inkl. Klinikum), etwa 26.000 Studierenden und circa 136 Studienfächern ist sie die größte Universität Nordbayerns und eine gewichtige Größe in Forschung und Lehre weit über die Region hinaus. Der Schwe ... mehr

  • Universitäten

    Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

    Das über die Jahre gewachsene breite Fächerangebot der Friedrich-Alexander-Universität bietet die einzigartige Chance, interdisziplinäre, über Fakultätsgrenzen hinweg arbeitende Kompetenzzentren und Zentralinstituten einzurichten. Verwurzelt in der klassischen humanistischen Bildung und auf ... mehr

Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.