Um alle Funktionen dieser Seite zu nutzen, aktivieren Sie bitte die Cookies in Ihrem Browser.
my.bionity.com
Mit einem my.bionity.com-Account haben Sie immer alles im Überblick - und können sich Ihre eigene Website und Ihren individuellen Newsletter konfigurieren.
- Meine Merkliste
- Meine gespeicherte Suche
- Meine gespeicherten Themen
- Meine Newsletter
Botox nur bei chronischer Migräne ratsam
21.06.2012: Mit Botulinumtoxin A, kurz: Botox, werden nicht nur Falten geglättet, in Deutschland ist das „Nervengift“ seit Ende September 2011 offiziell auch zur Linderung der Symptome von Migräne zugelassen. Eine aktuelle Auswertung von Studien zeigt nun: Das Medikament wirkt nur bei chronischer Migräne, also bei Patienten, die an mindestens 15 Tagen im Monat unter den quälenden Schmerzen leiden. Gegen episodische Migräne oder andere Formen von Kopfschmerzen hilft Botox dagegen nicht. Professor Hans-Christoph Diener von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) empfiehlt Botox deshalb nur bei häufigen Migräneattacken: „Die Behandlung mit dem Botulinumtoxin sollte auch nur im Einzelfall und von erfahrenen Kopfschmerzspezialisten durchgeführt werden.“
In Deutschland leiden mehr als 10 Millionen Menschen, überwiegend Frauen, unter verschiedenen Arten von Kopfschmerzen. Chronische Migräne, die oft mit Übelkeit, Erbrechen, Überempfindlichkeit gegenüber Licht und Lärm sowie Depressionen einhergeht, kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Um ihren Alltag überhaupt bewältigen zu können, müssen die Patienten beinahe ständig Medikamente einnehmen. Die Krankheit ist bis heute nicht heilbar – man kann lediglich den Attacken vorbeugen und die Schmerzen lindern.
Als Medikament nur für spezielle Fälle geeignet
Das Botulinumtoxin wird bereits seit vielen Jahren bei neurologischen Erkrankungen eingesetzt, etwa um Muskelspastiken zu lösen, oder bei Bewegungsstörungen. Bei der ästhetischen Behandlung mimischer Falten mit Botox wurde zufällig eine interessante Nebenwirkung des Wirkstoffs entdeckt, nämlich eine Besserung des Krankheitsbilds bei Migränepatienten.
Eine aktuelle Auswertung verschiedener Studien im Medizinjournal JAMA zeigte nun, dass lediglich bei der chronischen Migräne eine spürbare Besserung erzielt wird; die Zahl der Krankheitstage pro Monat nimmt im Vergleich zum Placebo-Präparat um durchschnittlich zwei Tage ab. Bei episodischen, d.h. zeitweise auftretenden Kopfschmerzen, verringern sich die Kopfschmerztage im Vergleich zum Scheinmedikament dagegen nicht.
Im Vergleich mit herkömmlichen Medikamenten hinsichtlich der Vorbeugung der chronischen Migräne ist Botox genauso wirksam, hat aber weniger Nebenwirkungen. Unter der Therapie mit Botox kann es selten zu Nebenwirkungen wie dem Absinken des oberen Augenlides, Spannungsgefühlen der Haut, Schmerzen in den Hautnerven, Nackensteifigkeit, Muskelschwäche und Nackenschmerz kommen. „Angesichts dieser Ergebnisse und der oft schwierigen Entscheidung, welchen Patienten Botox verabreicht werden kann, sollte die Behandlung nur in spezialisierten Kopfschmerzzentren durchgeführt werden“, resümiert Professor Diener.
Originalveröffentlichung:
Jackson JL, et al.: Botulinum Toxin A for Prophylactic Treatment of Migraine and Tension Headaches in Adults. A Meta-analysis. JAMA 2012, 307 (16): 1736-1745
Kontakt / Infos anfordern
Fordern Sie gratis weitere Informationen an:
Merkliste
Hier setzen Sie die nebenstehende News auf Ihre persönliche Merkliste
- 1Warum Sichelzellenanämie vor Malaria schützt - Mechanismus aufgeklärt
- 2Das stärkste Tier der Welt ist eine blinde, winzige Milbe
- 3FIRMAGON (Degarelix) zur Behandlung von fortgeschrittenem Prostatakrebs kommt in Europa auf den Markt
- 4US-Zulassung für Bayer-Krebsmedikament Stivarga (Regorafenib) zur Behandlung von metastasiertem Darmkrebs
- 5Identifikation von Frauen mit HPV-Hochrisikotypen 16, 18 und 45 könnte frühere Bekämpfung von Gebärmutterhalskrebs ermöglichen
- 6Studie: Hepatitis C reduziert Lebenserwartung um bis zu 18 Jahre
- 7Schlaganfallprophylaxe bei Patienten mit Vorhofflimmern: US-Zulassung für Bayer-Medikament Xarelto
- 8Helicobacter pylori wird nicht durch Küsse übertragen
- 9Wunschbaby für 6300 Euro - Belgischer Arzt hilft bei Geschlechterwahl
- 1042% der Blockbusterumsätze werden von nur fünf Pharmafirmen erzielt
