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13.06.2012: Beim Treffen der durch die EFPIA vertretenen führenden europäischen Pharmaunternehmen in Berlin forderten diese die Bundesregierung zu dringlichen Maßnahmen auf, um den Zugang der Patienten zu neuen Arzneimitteln zu gewährleisten und so sicherzustellen, dass Deutschland weiterhin ein Standort für Arzneimittelinnovationen bleibt.

"In den letzten Jahren sind in Deutschland eine Reihe von Maßnahmen eingeführt worden, die für unsere Industrie strafenden Charakter haben. Ein Rabatt von 16%, ein internationales Referenzpreis-System, das die Arzneimittelpreise in Deutschland mit Ländern wie Griechenland verknüpft, sowie eine Arzneimittelbewertung, die die Preise von neuartigen Arzneimitteln mit Generika verbindet. Unter dem Strich wirkt sich das so aus, dass die deutsche Bevölkerung keinen Zugang zu innovativen Therapien haben wird, die ansonsten der Bevölkerung in ganz Europa und dem Rest der Welt zur Verfügung stehen," sagte Richard Bergström, Hauptgeschäftsführer der EFPIA.

Er fügte hinzu: "Traditionell war Deutschland in Europa stets führend, wenn es um die schnelle Bereitstellung von neuen Arzneimitteln für die Bevölkerung ging, sowie darum, den Wert neuer Medikamente und Impfstoffe zu erkennen. Dieser Rang ist nun ernsthaft bedroht. Es ist absolut angebracht, dass Deutschland sein Gesundheitsbudget sorgfältig verwaltet und Arzneimittel bewertet, um zu gewährleisten, dass ihr Preis auch ihren Nutzen widerspiegelt. Die ersten Erfahrungen mit dem AMNOG sind jedoch sehr enttäuschend. Die Probleme ergeben sich aus einem teils fehlerhaften Gesetz, unflexibler Interpretation und dem Unwillen, kreative Lösungen in Betracht zu ziehen."

Die Mitgliedsfirmen der EFPIA stellten fest, dass sich die Wahl der Vergleichsgröße bei Arzneimittelbewertungen oft von derjenigen unterscheidet, die nach Beratung mit der europäischen Zulassungsbehörde EMA für das Entwicklungsprogramm gewählt wurde. Tatsächlich wird die Wahl der Vergleichsgröße dazu benutzt, die Preisfestsetzung für neuartige Arzneimittel in Deutschland in Richtung der Generikapreise zu forcieren. Wenn man die Preise für innovative Arzneimittel, die einen klinischen Nutzen bieten, zwangsweise den Preisen älterer Produkte angleichen will, so untergräbt man jegliche Anreize für medizinische Entdeckungen, die unser Leben verändern. Die EFPIA meint, dass Patienten in Deutschland von einer besser durchdachten und interaktiven Wahl von Vergleichsgrößen, die auf der medizinischen Realität und der Realität der Patienten beruht, mehr profitieren würden. Preisvergleiche sollten mit patentgeschützten Produkten und nicht mit Generika erfolgen, und es sollten sinnvollere Beratungen und Diskussionen stattfinden.

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