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29.09.2010: Die Krebsforschung steht vor einer gravierenden Richtungsänderung.
Krebszellen gewinnen ihre Energie nicht aus dem "Abbau" von Zucker zu
Kohlendioxyd und Wasser, sondern aus energiereichen Zwischenstufen
des Zuckerabbaus. Damit bestätigt sich die vor mehr als 80 Jahren
entwickelte Hypothese des deutschen Nobelpreisträgers Otto Warburg,
wonach eine veränderte Energiegewinnung im menschlichen Stoffwechsel
charakteristisch für Krebs ist. Hierbei kommt dem Schlüsselenzym
'M2-PK' (PKM2) eine entscheidende Rolle zu, wie Wissenschaftler der
Harvard Medical School in 'Science' berichten.
Die Ergebnisse der Untersuchung stellen eine deutliche
Richtungsänderung auf dem Gebiet der Krebsforschung dar und
bestätigen zugleich frühere Erkenntnisse von Wissenschaftlern wie
Warburg, Eigenbrodt und Mazurek, wonach Tumorzellen eine für sie
charakteristische Isoform des glycolytischen Schlüsselenzyms
Pyruvatkinase exprimieren. M2-PK ist das Synonym sowohl für die
dimere als auch tetramere Form des Pyruvatkinase-Isoenzyms Typ M2
(auch PKM2). Die dimere Form der M2-PK überwiegt in Tumorzellen.
Einfaches Testsystem zur Messung des Biomarkers M2-PK im Stuhl und
Blut bereits verfügbar
Die M2-PK kann in Stuhlproben zum Screening auf Darmkrebs und im Blut
zur Therapie- und Verlaufskontrolle verschiedener Tumorerkrankungen
eingesetzt werden. Zum Nachweis dieses Enzyms stehen hierzu bereits
jetzt schon effektive und einfache Tests zur Verfügung, die von dem
in Gießen ansässigen Unternehmen ScheBo Biotech AG entwickelt und
patentiert wurden und bereits als Testsystem vermarktet werden.
Biomarker M2-PK in Stuhlproben zur Früherkennung von Darmkrebs und
-Polypen
Klinische Studien aus Deutschland, England und Irland, in denen der
Nachweis der M2-PK im Stuhl als Stoffwechselmarker zur Früherkennung
von Darmkrebs getestet wurde, ergaben für die M2-PK Erkennungsraten
zwischen 78% und 97%. Dies bedeutet, dass von 100 an Darmkrebs
erkrankten Personen in den verschiedenen Studien zwischen 78% und 97%
durch den M2-PK Stuhltest erkannt wurden. Für Polypen > 1 cm lag die
Erkennungsrate bei 60%; für Polypen <1cm bei 25%. Für alle Polypen
ergab sich eine Sensitivität von 40%.
Mit dem Biomarker 'M2-PK' im Stuhl ist es damit ohne den Nachweis von
Blut möglich, sowohl sehr sensitiv Darmpolypen als auch Darmtumoren
zu erkennen. Der Nachweis ist unempfindlich gegenüber
Nahrungsmitteln, eine spezielle Diät ist nicht erforderlich. Es gibt
keine falsch positiven Ergebnisse durch Hämorrhoiden oder andere
Blutungen im Darm. Nachgewiesen werden damit sowohl blutende als auch
nicht blutende Darmpolypen oder Tumoren. Die wissenschaftlichen
Ergebnisse stellen eine Richtungsänderung in der Früherkennung von
Darm-Polypen und Darmkrebs dar.
Biomarker M2-PK im Blut zur Therapie- und Verlaufskontrolle bei
verschiedenen Tumorerkrankungen
Studien internationaler Arbeitsgruppen haben gezeigt, dass der Gehalt
an M2-PK im Blut von Patienten mit Nierentumoren, Lungentumoren,
Brusttumoren, Zervikaltumoren, Tumoren des Gastrointestinaltraktes
(Oesophagus, Magen, Pankreas, Kolon und Rektum) sowie bei Melanomen
signifikant ansteigt und mit dem Schweregrad der Erkrankung
korreliert.
Ein wichtiges Anwendungsgebiet des Nachweises der M2-PK im Blut sind
Verlaufskontrollen unter der Therapie, die es ermöglichen, den Erfolg
oder Misserfolg einer Therapie frühzeitig zu erfassen und Prognosen
über die Heilungschancen zu stellen.
Neu entwickelte Wirksubstanzen mit 'M2-PK' als Target blockieren
erfolgreich den Krebsstoffwechsel
Die ScheBo Biotech AG hat bereits im Vorfeld vielversprechende
Wirkstoffkandiaten gegen das Target 'M2-PK'entwickelt, die den
Krebsstoffwechsel sequentiell blockieren. Mit diesen neuartigen
Wirkstoffen konnten in der Präklinik bereits deutliche Erfolge in der
Blockierung von Krebszellen erzielt werden. Das Unternehmen ist
äußerst zuversichtlich, dass mit diesem neuen Ansatz ein
fundamentaler Brückenschlag für neue Wege in Krebsdiagnostik und
-therapie gelungen sei, so die Vorstandsmitglieder Dr. Ursula
Scheefers-Borchel und Dr. Hans Scheefers.
Originalveröffentlichung:Science 17. September 2010: Vol. 329. no. 5998, pp. 1492 -
1499
Die Krebsforschung steht vor einer gravierenden Richtungsänderung.
Krebszellen gewinnen ihre Energie nicht aus dem "Abbau" von Zucker zu
Kohlendioxyd und Wasser, sondern aus energiereichen Zwischenstufen
des Zuckerabbaus. Damit bestätigt sich die vor mehr als 80 Jahren
entwickelte Hypoth ... mehr
Entwicklung, Produktion, weltweiter Vertrieb von Testkits (ELISA) für Human-/Veterinärdiagnostik, Lebensmittelanalystik, präklinische Studien zur Wirkung von Tumortherapeutika auf identifizierte Targets, angewandte Grundlagenforschung. mehr
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