Mit einem my.bionity.com-Account haben Sie immer alles im Überblick - und können sich Ihre eigene Website und Ihren individuellen Newsletter konfigurieren.
Wissenschaftler aus Bristol und Konstanz bewiesen, dass Proteine ohne Wasserzusatz in flüssige Form gebracht werden können und dabei ihre biologische Funktion beibehalten
28.06.2010: Wissenschaftlern der Universität Bristol ist es in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut und Forschern der Universität Konstanz gelungen, erstmalig ein Protein lösungsmittelfrei und bei Raumtemperatur in einen flüssigen Zustand zu versetzen. Anhand des Proteins Myoglobin, einem Schlüsselbaustein von Herz- und Skelettmuskelzellen, wurde bewiesen, dass Proteine auch ohne Wasserumgebung in eine hochkonzentrierte flüssige Form gebracht werden können, ohne dabei ihre Molekülstruktur und ihre Eigenschaften zu verlieren. Die Entdeckung markiert einen Umbruch im wissenschaftlichen Denken, denn bisher wurde stets angenommen, dass Wasser unverzichtbar für die biologische Funktionalität von Proteinen ist.
Die Forschungsgruppe aus Bristol um Professor Stephan Mann bestätigt, dass das flüssige Myoglobin auch ohne Wasserzusatz seine zentrale Eigenschaft, Sauerstoff binden zu können, ungemindert beibehält. Proteine können gemäß der Studie biomedizinisch in hochkonzentrierter flüssiger Form eingesetzt werden, um Sauerstoff zu speichern und zu transportieren. Die Myoglobin-Flüssigkeit kann somit als eine vereinfachte Form „künstlichen Blutes“ betrachtet werden. Medizinische Anwendungen des flüssigen Proteins sind im Bereich von Wundbehandlungen und Wundverbänden denkbar.
Die Arbeitsgruppe von Helmut Cölfen, Professor für physikalische Chemie an der Universität Konstanz und zuvor am Max-Planck Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam, charakterisierte im Rahmen des Forschungsprojekts die synthetisierten Strukturen des Produktes und erbrachte den Beweis, dass in der Flüssigkeit keine anderen Bestandteile außer dem reinen, modifizierten Myoglobin anwesend sind. „Das ist wichtig für die Argumentation in unserer Studie, da ansonsten nicht bewiesen werden könnte, dass das chemisch modifizierte Myoglobin in Form der Schmelze dieselbe Funktion besitzt wie das unmodifizierte“, erläutert Helmut Cölfen. Weitere geplante Folgestudien werden an der Universität Konstanz in enger Zusammenarbeit mit der Universität Bristol durchgeführt werden.
Die Forschungserkenntnisse eröffnen neue Möglichkeiten in den Bereichen der proteinbasierten Nanowissenschaft und der Bio-Nanotechnologie.
Originalveröffentlichung:Adam W. Perriman, Alex P. S. Brogan, Helmut Cölfen, Nikolaos Tsoureas, Gareth R. Owen & Stephen Mann; „Reversible dioxygen binding in solvent-free liquid myoglobin“, in: Nature Chemistry, 6. Juni 2010
Stärke und Anzahl von Synapsen sind entscheidend für die Funktion des Gehirns. Forscher um Mathias Schmidt vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie konnten nun nachweisen, dass die Menge des Strukturproteins Nectin-3, das zur Stabilisierung der synaptischen Nervenzellkontakte beiträgt, durch ... mehr
Wissenschaftlerteams um Armin Giese von der LMU München und Christian Griesinger vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen haben eine chemische Substanz entwickelt, die die Parkinson-Erkrankung in Tests an Mäusen verzögern kann. „Die Ergebnisse sind sehr vielversprech ... mehr
Männchen und Weibchen von Blaumeisen sind für das menschliche Auge kaum zu unterscheiden. Im für Vögel sichtbaren UV-Bereich sind die Männchen jedoch viel bunter. Auch das monogame Paarungssystem dieser Vögel ist bei genauerem Hinschauen nicht das, was es verspricht: In jedem zweiten Nest f ... mehr
Max-Planck-Institute betreiben Grundlagenforschung in den Natur-, Bio-, Geistes- und Sozialwissenschaften im Dienste der Allgemeinheit. Die Max-Planck-Gesellschaft greift insbesondere neue, besonders innovative Forschungsrichtungen auf, die an den Universitäten in Deutschland noch keinen od ... mehr
Für seine Arbeiten an Alternativmethoden zu Tierversuchen wurde der Konstanzer Toxikologe Prof. Dr. Marcel Leist mit dem auf 15.000 Euro dotierten Felix Wankel Tierschutz-Forschungspreis ausgezeichnet.
Marcel Leist setzt sich in seiner Forschung und seinem gesellschaftlichen Engagement seit ... mehr
Ein Forschungsteam der Universität Konstanz um den Evolutionsbiologen Prof. Axel Meyer, PhD, fand Hinweise auf einen horizontalen Gentransfer zwischen Wirbeltieren: „Horizontaler Gentransfer“ bezeichnet einen Genfluss über Artgrenzen hinweg – eine Weitergabe von Genen nicht von Elterngenera ... mehr
Wissenschaftlern der Universität Konstanz ist es gelungen, erstmals die Kristallstrukturen für Analoga aller vier natürlichen Bausteine des Erbguts zu bestimmen. Die Forscher der Konstanzer Graduiertenschule Chemische Biologie ermittelten die 3D-Struktur von sechs modifizierten DNA-Nukleoti ... mehr
Spitzenforschung, Exzellenz in Lehre und Studium, Internationalität und interdisziplinäre Zusammenarbeit stehen seit ihrer Gründung als Reformuniversität im Jahr 1966 für die Universität Konstanz. Diese klare Ausrichtung führte früh zu einem unverwechselbaren Profil, das sich nicht nur durc ... mehr
Mehr über University of Bristol
Kontakt
University of Bristol
Tyndall Avenue
BS8 1TH Bristol
Großbritannien
Das Erscheinen von freiem Sauerstoff in der Erdatmosphäre führte zur Grossen Sauerstoffkatastrophe, bekannt als «Great Oxidation Event». Auslöser waren die Sauerstoff produzierenden Cyanobakterien, die sich bereits vor 2,3 Milliarden Jahren zu Vielzellern entwickelten. Wie Evolutionsbiologe ... mehr
Menschen, die mit ihren Pflanzen sprechen, sind nichts Ungewöhnliches. Dass Pflanzen sich auch untereinander geräuschvoll Mitteilungen machen, ist eine neue Erkenntnis, die Forscher in Australien gewonnen haben.
Als der südafrikanische Botaniker Lyall Watson in seinem 1973 veröffentlichten ... mehr
Obwohl zahlreiche Studien belegen, dass regelmäßige Bewegung die Gesundheit fördert und das Risiko für die Gesamtsterblichkeit senkt, ist der genaue Dosis-Wirkungs-Zusammenhang bisher nur in Ansätzen geklärt. Günther Samitz, Bewegungswissenschafter am Zentrum für Sportwissenschaft der Unive ... mehr