Meine Merkliste
my.bionity.com  
Login  

Erster Einblick in ein Europium-Enzym

14.06.2018

Huub Op den Camp

Das Bild zeigt die größte Fumarole (La Boca Grande) des Solfatara Vulkankrater, der Heimat des Selten-Erd-Element-abhängigen Bakteriums Methylacidiphilum fumariolicum SolV.

Selten-Erd-Elemente (SEE) sind aus fast keiner alltäglichen Technologie mehr wegzudenken. Ihre Bedeutung für Stoffwechselprozesse in der belebten Natur hingegen ist erst seit kurzem belegt. So wurde ihre biologische Rolle erst vor wenigen Jahren entdeckt und ihre Funktion als essentielle Elemente für bestimmte Bakterien wird nun erforscht. Das Bakterium Methylacidiphilum fumariolicum SolV beispielsweise ist strikt abhängig von Seltenen Erden wie Lanthan und Cer und kann, wie nun gezeigt wurde, sogar „Europium in seinen Stoffwechselprozessen nutzen“, wie Lena Daumann sagt, Professorin für Bioanorganische Chemie an der LMU.

Lena Daumann hat nun in Zusammenarbeit mit Mikrobiologen um Huub Op den Camp der Radboud University in Nijmegen in den Niederlanden und Thomas Barends vom Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Selten-Erd-Elemente geleistet. Dem interdisziplinären Team ist es gelungen, Bakterienkulturen durch Zugabe von Europium zu kultivieren und erstmals ein Enzym zu analysieren, welches Europium in seinem aktiven Zentrum trägt. Bei diesem Enzym handelt es sich um eine Methanol-Dehydrogenase, die Methanol in Formaldehyd umwandelt. Neben der Aufklärung der Struktur des Europium-Enzyms wurden auch wichtige kinetische Parameter dieser neuartigen Methanol-Dehydrogenase bestimmt und wertvolle Erkenntnisse über den Einfluss verschiedener SEE auf die Aktivität dieser Enzyme gewonnen.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
  • Europium
  • Stoffwechselprozesse
  • Bioanorganische Chemie
Mehr über LMU
  • News

    Reparaturen mit Folgen

    Atherosklerose – umgangssprachlich als Gefäßverkalkung bezeichnet – entwickelt sich fast ausschließlich an Gefäßabzweigungen, da die dortigen Gefäßzellen vermehrt geschädigt werden – was ständige Reparaturprozesse nötig macht. Wissenschaftler um den LMU-Mediziner Andreas Schober haben nun n ... mehr

    Schutz vor UV-Photoschäden: Eine Frage der Schnelligkeit

    LMU-Chemiker zeigen am Beispiel der Nukleinbase Uracil einen Mechanismus auf, der die Gefahr von Schäden am Erbgut infolge von UV-Strahlung erhöht. UV-Strahlung kann zu chemischen Reaktionen der Nukleinbasen von DNA und RNA führen und dadurch das Erbgut schädigen. Damit dies möglichst nicht ... mehr

    Neuer Tuberkulose-Wirkstoff geht in die klinische Erprobung

    Das erste in Deutschland entwickelte Antibiotikum gegen Tuberkulose wird jetzt klinisch erprobt. Die neu entwickelte Prüfsubstanz mit der Bezeichnung BTZ043 wirkt auch gegen multiresistente Erreger, die eine Behandlung weltweit zunehmend erschweren. Das Projekt wird von Wissenschaftlern des ... mehr

  • Universitäten

    Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)

    Machen Sie sich ein Bild von uns ─ von der Großstadtuniversität mitten in München. Die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München ist eine der führenden Universitäten in Europa mit einer über 500-jährigen Tradition. Unseren Erfolg in der Exzellenzinitiative nutzen wir, um das Profil ... mehr

Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.