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Akutes Koronarsyndrom



Akutes Koronarsyndrom (ACS) ist in der Humanmedizin ein Sammelbegriff für verschiedene Phasen von akuten Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße, die unmittelbar lebensbedrohlich sein können. Er wird insbesondere in der Notfallmedizin als vorläufige Diagnose bei Patienten mit länger anhaltenden Angina pectoris-Beschwerden verwendet, solange zwischen einem akuten Herzinfarkt und „instabiler Angina pectoris“ noch nicht unterschieden werden kann. Von den in Deutschland etwa zwei Millionen Notfallpatienten mit einem „akuten Koronarsyndrom“ wird bei etwa 15 % letztlich ein Myokardinfarkt diagnostiziert.

Terminologie

  Bei länger als 20 Minuten anhaltenden infarkttypischen Brustschmerzen (Angina pectoris) wird zunächst von einem akuten Koronarsyndrom gesprochen, was die Möglichkeit eines Herzinfarktes einschließt. Wenn das möglichst rasch anzufertigende Elektrokardiogramm (EKG) Hebungen der ST-Strecke (vgl. EKG-Nomenklatur) aufweist, handelt es sich um einen ST-Hebungsinfarkt (Abk. STEMI für ST-elevation myocardial infarction). Ohne eine solche ST-Hebung kann erst nach drei bis vier Stunden anhand von Laboruntersuchungen zwischen Nicht-ST-Hebungsinfarkt (Abk. NSTEMI für Non-ST-elevation myocardial infarction) und instabiler Angina pectoris unterschieden werden. Die für Deutschland verfassten Leitlinien[1] sehen STEMI und NSTEMI als endgültige Diagnosen an, während die US-amerikanischen Leitlinien[2] als abschließende Diagnose Q-wave myocardial infarction (Qw MI) oder Non-Q-wave myocardial infarction (NQMI) bevorzugen. Diese Unterscheidung zwischen transmuralen (die gesamte Dicke der Wandschicht des Herzens betreffend) und nicht-transmuralen Myokardinfarkten ist auch in den deutschsprachigen Ländern gebräuchlich. Sie wird anhand von Veränderungen des QRS-Komplexes im EKG getroffen, die in der Regel erst nach zwölf Stunden, oft auch erst nach einem Tag, erkennbar sind.

Quellen

  1. Hamm CW: Leitlinien: Akutes Koronarsyndrom (ACS) - Teil 1: ACS ohne persistierende ST-Hebung. Z Kardiol (2004) 93:72–90. (online als PDF-Datei)
  2. Antman EM et al.: ACC/AHA Guidelines for the Management of Patients With ST-Elevation Myocardial Infarction. J Am Coll Cardiol (2004) 44:E1-E211. PMID 15358047. (online als PDF-Datei [engl.]).
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