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Abstract

Zahlreiche direkt antiviral wirksame Medikamente befinden sich derzeit in präklinischer und klinischer Entwicklung zur Behandlung der chronischen Hepatitis C. Obwohl wegen des hohen Risikos der viralen Resistenzentwicklung eine Monotherapie mit diesen Substanzen nicht möglich sein wird, belegen große Phase‐II‐Studien dass mit den Protease‐Inhibitoren Telaprevir (PROVE‐1‐ und PROVE‐2‐Studie) und Boceprevir (SPRINT‐1‐Studie) in Kombination mit pegyliertem Interferon‐alfa und Ribavirin das dauerhafte virologische Ansprechen gegenüber der Standardtherapie bei HCV‐Genotyp‐1‐Patienten beträchtlich gesteigert werden kann. Dies gilt sowohl für therapienaive Patienten, als auch für Non‐Responder und Relapser auf eine vorangegangene Standardtherapie mit pegIFN‐alfa und Ribavirin. Darüber hinaus erlauben zumindest Telaprevir‐basierte Regime für einen Teil der HCV‐infizierten Patienten deutlich verkürzte Therapiedauern. Allerdings sind Triple‐Therapien mit Protease‐Inhibitoren mit zusätzlichen Nebenwirkungen wie Anämie oder Hautausschlag (und zusätzlichen Kosten) verbunden, weswegen die Frage aufkommen wird, welche Patienten eine Triple‐Therapie benötigen. Neu entdeckte genetische Polymorphismen im Bereich des IL28B‐Gens erlauben eine zuverlässige Prädiktion des Therapieerfolges einer konventionellen Interferon‐basierten Therapie und könnten in Zukunft für diese Fragen herangezogen werden. Im Gegensatz zu Protease‐Inhibitoren weisen HCV‐Polymerase‐Inhibitoren und Inhibitoren von zellulären Proteinen im Allgemeinen eine geringere antivirale Aktivität auf. Insbesondere nukleosidische Polymerase‐Inhibitoren zeichnen sich durch eine breitere Wirksamkeit gegen verschiedene HCV‐Genotypen aus als NS3‐Protease‐Inhibitoren. Des weiteren werden zukünftige Studien zeigen, inwieweit mit einer Interferon‐freien, oralen Kombinationstherapie dieser Substanzen eine dauerhafte Elimination des HCV möglich ist.

Autoren:   Lange, Christian M.; Sarrazin, Christoph; Zeuzem, Stefan
Journal:   Pharmazie in unserer Zeit
Band:   40
Ausgabe:   1
Jahrgang:   2011
Seiten:   60
DOI:   10.1002/pauz.201100401
Erscheinungsdatum:   01.01.2011

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